Geschichte der LTS-Boote (Kleinkampfmittel)

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Re: Geschichte der LTS-Boote (Kleinkampfmittel)

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Beitragvon hage932 » Freitag 10. Mai 2019, 14:55

Hallo @all;
Hallo Eddy;
schön, dass Du die Geschichte der LTS - Boote einstellst, somit ist wieder ein Mosaikstein mehr im Bild der 6.

Gruß
Gerald

PS
Ein Fingerzeig, ich sollte mal wieder was in der Chronik der "925" schreiben, :genau:
es ist Sommer, da gibt es für mich viel im Freien zu tun und nur bei schlechtem Wetter sitze ich länger am Computer; es geht auf alle Fälle weiter :yes:
03.11.1975 bis 01.10.1976
- Flottenschule "Walter Steffens"Stralsund/Parow, Laufbahnausbildung Navigation;
- Teilnahme an der Mai - Parade 1976 vor dem Palast der Republik,
02.10.1976 bis 29.10.1979
- 6. Flottille, 7. LTSB, Boot 932, Steuermann,
- Teilnahme an der Flottenparade zum 7. Oktober 1979 in Rostock / Kabutzenhof

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Re: Geschichte der LTS-Boote (Kleinkampfmittel)

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Beitragvon Eddy » Freitag 10. Mai 2019, 20:58

In einem der oben gezeigten Fotos sind die Hauptmaschinen zu sehen. Die LTS-Boote hatten, wie Euch bekannt, zwei 12-Zylinder-V-Motoren vom Typ M-50F3. Ursprünglich waren diese Motoren als Panzermotoren gebaut und für Schnellboote modifiziert wurden. Diese Maschinen fuhren bereits die TS-Boote Projekt 183 und zwar pro Boot vier. Der Nachfolger von LTS, die KTS-Boote fuhren drei dieser Antriebsanlagen.
An diesen Maschinen konnte man als Maschineningenieur und Maschinist ganz wenig selbst reparieren. War die Maschine "im Eimer" musste sie raus und ging in die Grundwerkstatt (I-Basis 6, WB I) zur Mot-Werkstatt. Hier wurde die Maschine für den Transport nach Wurzen vorbereitet und transportiert. Jeder künftige Maschineningenieur, der zu den "Schnellläufer" kam, absolvierte ein vierwöchiges Praktikum im 4. Studienjahr im Motorenwerk Wurzen.
2017 Motorenwerk Wurzen (2).jpg
2017 Motorenwerk Wurzen (4).jpg
2017 Motorenwerk Wurzen (6).jpg

2017 Motorenwerk Wurzen (7).jpg
2017 World Resources Company GmbH Wurzen (3).jpg

(Diese Fotos wurden uns freundlicher Weise vom Heimatverein Wurzen e.V. zur Verfügung gestellt.)

Nun der Motor selbst
Dieselmotor M-50F

Zweck:
Der Dieselmotor M-50F ist als Antriebsmotor für Boote bestimmt.

Technische Daten:
Typ des Motors: 12TschSP 18/20
Werksbezeichnung: M-50F3, M-50F4, M-50F5 und (M-50F6)
Bauart des Motors: Viertakt-Diesel, V-Form, mechanische Aufladung, Wasserkühlung
Rechtsausführung: bei Blickrichtung auf die Gebläseseite: Drehrichtung rechts, Öldruckpumpe und Seewasserpumpe links, Kühlmittelpumpe und Kraftstoffförderpumpe rechts angeordnet
Linksausführung: bei Blickrichtung auf die Gebläseseite: Drehrichtung links, Öldruckpumpe und Seewasserpumpe rechts, Kühlmittelpumpe und Kraftstoffförderpumpe links angeordnet
Anordnung der Zylinder: V-förmig unter einem Winkel von 60°
Anzahl der Zylinder: 12
Zylinderdurchmesser: 180 mm
Hub des Hauptpleuels: 200 mm
Hub des Nebenpleuels: 209,8 mm
Hubraum: 62,4 l
Max. Leistung: 1200 PS bei 1850 U/min
Anmerkung: Dauer des ununterbrochenen Betriebes des Motors bei maximaler Leistung nicht länger als eine Stunde. Gesamtbetriebszeit bei maximaler Leistung darf 10% der garantierten Betriebszeit nicht überschreiten.
Leerlaufdrehzahl: 850 U/min
Anmerkung: Dauer des ununterbrochenen Betriebes des Motors im Leerlauf nicht länger als eine Stunde.

Masse mit angehängten
Aggregaten: 1700 kg
Wasser im Motor: 32 kg
Öl im Motor: 25 kg

Hauptabmessungen:
Länge: 2600 mm
Breite: 1220 mm
Höhe: 1250 mm

Betriebszeiten bis
Hauptinstandsetzung:
M-50F3 400 Std.
M-50F4 450 Std.
M-50F5 600 Std.

Anlasssystem: Druckluft 75 bis 150 kp/cm²

1972 Motos M50F (1).jpg

1972 Motos M50F (2).jpg
1972 Motos M50F (3).jpg
1972 Motos M50F (4).jpg

Aus Katalog A 205/1/214 (1975)
Laufbahn technisch.gif


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Re: Geschichte der LTS-Boote (Kleinkampfmittel)

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Beitragvon Eddy » Freitag 10. Mai 2019, 22:42

Weiter mit den einzelnen Bereichen in Kurzform.
Da die LTS-Boote selbständig im freien Seeraum handeln sollten, mussten minimale Bedingungen für die navigatorische Sicherstellung (GA- I) des Seeaufenthaltes gewährleistet sein – eine Forderung, die bereits auf erhebliche Probleme stieß. Der zur Erprobung gebrachte kleinste verfügbare Kreiselkompass „GIRJA-M“, der sich zum Beispiel auf den Torpedoschnellbooten des Projektes 183 bestens bewährte, erfüllte die Anforderungen auf LTS-Booten nicht. Die große Belastung des Bootskörpers im Seegang sowie kurzzeitiges plötzliches Auslaufen des Bootes aus dem Ruder, besonders bei starkem Seegang oder beim Durchlaufen der Hecksee eines voraus laufenden Bootes führten zu technischen Ausfällen bzw. zu Kursabweichungen bis zu 20°. So musste auf den sehr kleinen, aber robusten Flugzeugkompass DGMK-3 zurückgegriffen werden. Es ist ein kombinierter Magnet-Kreisel-Kompass, richtungshaltend. Guten Kommandanten gelang es, mit diesem Gerät eine Kursgenauigkeit von +/- 2 ° zu halten. Zur weiteren Unterstützung der Schiffsführung wurde auf fast allen Booten der Flugzeugfunkkompass ARK-5 eingebaut. Damit waren Funkzielfahrten und Standortbestimmungen nach landgestützten Funkfeuern möglich. In der Praxis wurde der ARK-5 so gut wie nicht genutzt, da das Abstimmen des Empfängers auf die Sendefrequenz der Funkfeuer kompliziert war. Der starke Geräuschpegel in der Kabine durch die Hauptmaschinen (bis 120 dB) erschwerte das Abhören der Funksignale im Kopfhörer und damit die Arbeit zur Auswertung der Funkstandlinie die in der Seekarte ohnehin sehr ungenau wurde. Log- und Lotanlagen sowie Peilscheiben waren nicht an Bord vorhanden. Die Bootsgeschwindigkeit als wichtiges Element der Schiffsstandortbestimmung wurde nach Maschinenumdrehungen bestimmt. Für die Arbeit in der Seekarte stand eine Arbeitsplatte von ca. 40 x 60 cm zur Verfügung. Da aufgrund der starken Vibrationen des Bootskörpers und die harten Stöße im Seegang eine normale Arbeit in der Seekarte unmöglich war, wurde beim Seehydrografischen Dienst der DDR ein spezielles Seekartenstell im Format DIN A 3 entwickelt, das in Plastikhüllen aufbewahrt und genutzt wurde. An Stelle des spitzen Bleistiftes, des wichtigsten Utensils jedes guten Navigators, trat ein dicker Fettstift, mit dem Kurse, Standortbestimmungen und andere für die Schiffsführung wichtige Angaben – oft „über den Daumen gepeilt“ – eingetragen wurden.
Zur Ehre der LTS-Fahrer muss aber gesagt werden, dass es im Ergebnis dieser primitiven Navigation keine ernsthaften Havarien gab. Dass aber auch einmal ein Standort „unsicher“ war, lag auf der Hand.
2016 MHM Dresden 68.2 Borrmann (10).JPG
2016 MHM Dresden 68.2 Borrmann (7).JPG
Scannen0072.jpg
2016 MHM Dresden 68.2 Borrmann (9).JPG


Zur Gewährleistung der operativen Führung in See und natürlich auch zur nautischen Sicherheit war die Ausrüstung der LTS-Boote mit je einer UKW- und KW-Funkstation sowie einer Funkmessstation vorgesehen. (GA-IV)
Die anfangs zur Verfügung stehende Station R-800 (UKW), R-805 (KW) und die Funkmessstation KSA-V erfüllten die Forderungen ungenügend. Beide Funkstationen mussten mit Hand abgestimmt werden, verstimmten sich selbst bei größeren Erschütterungen des Bootskörpers in See und fielen oft durch technische Schäden aus. Verbindungsverluste waren an der Tagesordnung. Die Funkmessstation KSA-V war äußerst störanfällig und brachte mit der geringen Antennenhöhe so gut wie keine brauchbaren Funkmessbilder. Erst mit dem Zugang der robusten Funkstationen R-619 (UKW) und R-112 (KW), bestens bewährt bei den Luftstreitkräften als auch im Heer, besonders bei der Panzerwaffe, waren stabile Nachrichtenverbindungen gewährleistet. Beide Stationen waren quarzstabilisiert, waren sehr frequenzstabil und erlaubten unkomplizierten Funkkanalwechsel. Ihre hohe Stoßsicherheit führte auch bei stärkerem Seegang nur selten zu technischen Ausfällen. Die neue Funkmessstation TSR-222 aus der DDR-Produktion erfüllte überwiegend die Anforderungen nach einem auch auf LTS-Booten auswertbaren Funkmessbild. Sie war als vorausstabilisierte Station eine gute Hilfe für die Schiffsführung und beim taktischen Einsatz (Torpedoangriff, Aufklärung). Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass die drei Besatzungsangehörigen, die als Kopfschutz eine Panzerhaube mit eingebauten Kehlkopfmikrofon und Kopfhörern trugen, durch eine Eigenverständigungsanlage untereinander verbunden waren. Der hohe Geräuschpegel in der Kabine und viele parallel zu erfüllende Aufgaben ließen eine normale mündliche Unterhaltung und Befehlsgebung nicht zu.

Kommen wir zur Bewaffnung.
Die Hauptanstrengungen wurden auf den Torpedo-Sperr-Gefechtsabschnitt (GA-III) gelegt. Den Waffenspezialisten gelang es, unter Ausnutzung von Erfahrungen aus der Kriegsmarine eine Torpedoausstoßanlage zu entwickeln, die den Heckausstoß auf geringsten Wassertiefen ermöglichte. Der Torpedo, Kaliber 533 mm, wurde mittels Druckluft (40 kp/cm²) mit dem Schwanzteil voraus entgegen der Fahrtrichtung des Bootes ausgestoßen.
Da die Bootsgeschwindigkeit ungefähr doppelt so groß war wie die Ausstoßgeschwindigkeit des Torpedos nach achtern, kam der Torpedo immer noch mit einer relativen Vorausbewegung in das Wasser (ca. 20 kn) und konnte sich so unter günstigen Bedingungen ohne den beim Torpedoschuss von großen Schnellbooten so gefürchteten „Sack“ – d.h. tiefes Eintauchen des Torpedos bis teilweise 15 m nach dem Ausstoß – sofort auf die eingestellte Lauftiefe einsteuern. Das Diagramm eines Übungsschusses zeigt, dass der Torpedo die eingestellte Lauftiefe von 3 m kaum unterschritten hat.
Damit war eines der wesentlichsten Probleme des Gefechtseinsatzes der Torpedowaffe gelöst – das Torpedoschießen bei geringer Wassertiefe. Das bedeutete einen einmaligen taktischen Vorteil und eröffnete für die LTS-Boote das gesamte Seegebiet der südwestlichen Ostsee und der Ostseeausgänge als Operationsgebiet. Auf einen weiteren taktischen Vorteil soll noch hingewiesen werden, der ursprünglich aus einem gewünschten „Show-Effekt“ hervorging. Anlässlich des Manövers „Waffenbrüderschaft-70“ der Teilnehmerstaaten des Warschauer Vertrages sollten auch LTS-Boote unmittelbar vor der am Strand bei Karlshagen (Insel Usedom) aufgestellten Zuschauertribüne gezeigt werden. Da eigentlich außer den mit hoher Geschwindigkeit auf der 5-m-Tiefenlinie, d.h. etwa 500 m vom Strand entfernt, vorbei flitzenden LTS-Booten nichts zu sehen wäre, wurde der Befehl zum Schießen von „Oberflächenläufern“ (Torpedo mit eingestellter Lauftiefe 0 m) gegeben. Man erhoffte sich dadurch wenigstens einen kleinen Show-Effekt. Dazu musste sich FK Blanke vom damaligen sowjetischen Berater beim Chef der Volksmarine eine derbe Kritik anhören, wusste er doch, dass er an einer sowjetischen Marineakademie zum Torpedospezialist ausgebildet wurde. Er stufte diese ganze Angelegenheit als „unverantwortlichen Unsinn“ ein. Aber wie sich zeigte, liefen diese als „Oberflächenläufer“ – an sich echte Torpedoversager – geschossenen Torpedos einwandfrei, erreichten die übliche Laufgeschwindigkeit und hielten schnurgeraden Kurs. Damit war eine neue taktische Einsatzmethode geboren, die in den nachfolgenden Jahren des Öfteren bei taktischen Übungen und Manövern zum nächtlichen Gefechtseinsatz der LTS-Boote gegen Überwasserziele mit geringem Tiefgang führte.
Der Torpedoangriff wurde durch den Kommandanten nach optischen Beobachtungen geführt. Angaben durch die Funkmeß-Station unterstützten bestenfalls die Orientierung. Der Kommandant peilte das Ziel über eine einfache Visiereinrichtung (senkrechte Linie auf der Frontscheibe der Kabine und kurzer Peilstab auf dem Vorschiff) an, hatte so das Ziel genau voraus und stellte die geschätzten Gegnerwerte, wie Gegnerkurswinkel, Gegnergeschwindigkeit und die Torpedogeschwindigkeit in die vor ihm angebrachte „Torpedo-Ziel- und Einstellanlage ein.
Das Gerät bestimmte elektromechanisch den Vorhaltewinkel, der in das Antriebsgerät für das sogenannte „Manövergerät“ des Torpedos (Gerät PM) übertragen wurde. Dieser Vorhaltewinkel und bei Erfordernis auch Werte für den Schleifenlauf des Torpedos wurden dann über Spindeln des Antriebsgerätes, das auf dem Torpedoausstoßrohr angebracht war, in den Torpedo eingegeben. Im Moment des Schusses wurden die Spindeln pneumatisch gehoben und gaben so den Torpedo frei.
Den Schiffbauern des VEB Yachtwerft Berlin gelang es in Zusammenarbeit mit den Waffentechnikern des Wissenschaftlich-Technischen Zentrums in Wolgast eine einsatzfähige Minenabrollvorrichtung für die LTS-Boote des Projektes 68.200 zu bauen. Damit konnte jedes Boot nach entsprechender Umrüstung, d.h. nach Demontage zweier Torpedorohre und Aufbau von zwei Abrollvorrichtungen
sechs Grundfernzündungsminen der Baureihe KMD-500 an Bord nehmen. Im Bestand der Seestreitkräfte der DDR waren Minen des Typs KMD-2-500 (elektromagnetischer Zünder) und KMD-4-500 (hydrodynamischer Zünder).
Der Minenwurf erfolgte durch Auslösen elektrischer Kontakte in der Kabine, konnte aber als Notvariante auch von Hand unmittelbar am Oberdeck erfolgen. Eine LTS-Abteilung war somit in der Lage, bis auf Wassertiefen von 4-5 m in kürzester Zeit 60 Minen der genannten Typen zu legen. Die Geheimhaltung von Minenaufgaben als eine wesentliche Bedingung für den Erfolg war gegeben durch die hohen Geschwindigkeiten, geringe Bootsgröße und damit ihrer weitestgehenden Unsichtbarkeit gegenüber Funkmessstationen.
1968 DV 453-36b Torpedo 53-56W (1).jpg
1968 DV 453-36b Torpedo 53-56W (2).jpg

LTS Blanke (2) T-Regelstelle SSP.jpg
LTS Blanke (3) Kampfsatz (20 St) auf SSP.jpg
1972 Ü-Torpedo.jpg

LTS Blanke (1) T-Übernahme vom SSP.jpg
1968 (2).jpg
LTS Blanke (26) T-Zieleinrichtung 63.3.jpg

68-943.jpg

taktik (2).jpg
Diagramm T-Schuss.jpg
taktik (1).jpg

(Dokumente von H. Blanke)
68.200_HYDRA_5.jpg
68.200_WTZ_Mine-01.jpg
68.200_WTZ_Mine-02.jpg

LTS Blanke (20) 68.2 M-Variante.jpg
LTS Sammlung G.H (1).jpg

63-11g.jpg


:ahoi: Eddy
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Re: Geschichte der LTS-Boote (Kleinkampfmittel)

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Beitragvon Eddy » Freitag 24. Mai 2019, 21:37

Zum Abschluss dieser Geschichte noch ein paar Gedanken zur Brigade selbst. Wie Ihr vielleicht wisst, ist der Gründungsdatum für die "Leichte Torpedoschnell Brigade" der gleiche wie für die 6. Flottille neu, am 01.05.1963. Neue 6. Flottille deshalb, weil es sie schon einmal von 1956 bis 1959 gab. Aber nun zur LTSB-Brigade zurück.

Organisation und Struktur der LTS-Brigade

Während das Bau- und Erprobungsgeschehen Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre unter Leitung des Wissenschaftlich-Technischen Zentrums Wolgast, selbstverständlich in enger Zusammenarbeit mit den beiden Bauwerften in Berlin und Wolgast, ablief, war Ende 1961 die Zeit gekommen, das entstandene Waffensystem in den operativen Dienst der Seestreitkräfte einzubinden. So wurde am 01.12.1961 die „Leichte Torpedoschnellboot-Abteilung“ (LTSA) gebildet, die vorerst im Stützpunkt Stralsund-Dänholm untergebracht war. Dem Abteilungschef (ACH) standen zwei Stellvertreter zur Seite, der Stabschef (SC) und der Stellvertreter für politische Arbeit (APV). Dem Stabschef unterstanden drei Spezialisten, ein Torpedooffizier, ein Nachrichtenoffizier und ein Ingenieuroffizier. Für den inneren Dienst und Erledigung der administrativen Arbeit gab es einen Hauptfeldwebel und einen Schreiber.
Personell sah das Ganze so aus:

Abteilungsstab
Abteilungschef: ........................... Kpt.Ltn. Pötzsch
Stabschef:.................................. Ob.Ltn.z.See Schwock
Abteilungspolitstellvertreter:........... Kpt.Ltn. Heinrich
Torpedoeinsatzoffizier:.................. Kpt.Ltn. Morenz
Nachrichtenoffizier:...................... Ob.Ltn.Nachr. Schwedland
Abteilungsingenieur:...................... Ob.Ltn. Ing. Heidelmann
Hauptfeld:...................................Ob.Matr. Schindler
Schreiber: .................................. Ob.Matr. Bergner

Kommandanten:...........................Ob.Ltn.z.See Wupperfeld, Ltn.z.See Keil, Ltn.z.See Mausolf, ULtn.z.See Pietzner, ULtn.z.See Feuerhack

Obermaschinisten:........................Maat Schmidtke, Maat Fiedler, Maat Schultheiß, Maat Rex, Maat Schultz,
...............................................Maat Bohle, Maat Umlauf, Maat Richter, Maat Rolle, Maat Ginder, Maat Döhring

Die Boote waren zu diesem Zeitpunkt Eigentum des Wissenschaftlich Technischen Zentrums Wolgast und des Institutes für Schiffbau Wolgast.
Die Hauptaufgaben für das Ausbildungsjahr 1961/62 bestanden auf der einen Seite in der Fortsetzung der Werfterprobungsprogramme, auf der anderen jedoch in der Schaffung von Grundlagen zur Aufnahme des operativen Dienstes in der Flotte. Das waren in erster Linie die Erarbeitung solcher Unterlagen, wie ein Rollenbuch für beide LTS-Bootstypen, Ausbildungspläne, Ausbildungsaufgaben, Nachrichtenunterlagen zur Führung der Boote in See, Kurzsignal-, Koppel- und Fahrttabellen sowie Instruktionen und Kontroll-Listen. Eine wichtige Aufgabe waren die Vorschläge für zweckmäßige Bekleidung für die LTS-Besatzungen im Sommer und Winter sowie für eine Einsatzverpflegung. Mit den Kommandanten wurden verstärkt Navigationsbelehrungsfahrten bei Tag und Nacht auf kleinen Hilfsschiffen durchgeführt, um sie mit allen kleinen Häfen und Anlegern entlang der Küste der DDR vertraut zu machen. Das war eine unumgängliche Voraussetzung dafür, dass unter Ausnutzung der taktisch-technischen Daten der LTS-Boote alle sich bietenden Möglichkeiten an der Küste zur gedeckten Dislozierung genutzt werden konnten. So verging das erste offizielle Ausbildungsjahr bei harter Arbeit, unter vielen Entbehrungen und wurde zusätzlich erschwert durch erneutes Verlegen der Abteilung nach Peenemünde-Nord im Juni 1962. Das war ein kleiner Hafen, der noch aus der Zeit stammt, als Peenemünde die Raketenversuchsstation des
3. Reiches war. Als neue Zuführung am 30.05.1962 hatte die LTS-Abteilung aber ab sofort einen Schwimmenden Stützpunkt (SSP) zur Verfügung, der Unterbringung und Versorgung der Besatzungen sicher stellte. Der Kommandant des SSP, Kpt.Ltn. Czepluch, war gleichzeitig verantwortlich für die rückwärtige Sicherstellung der Boote und Besatzungen.

62-H-67.jpg


Im September 1962 folgte die Verlegung direkt nach Peenemünde und gleich danach, am 17.09.1962 in die Reparaturbasis Ribnitz, die über große Hallen verfügte und deswegen in den Wintermonaten zum Aufslipen der LTS-Boote vom Projekt 68.200 diente, denn eine Rückführung dieser Boote nach Berlin war kaum möglich. Ein Holzboot musste aber im Winter in einer geschlossenen Halle stehen, um den Bootskörper maximal auszutrocknen und zu pflegen. Im Weiteren waren umfangreiche Umbau- und Reparaturarbeiten an den Booten erforderlich.
Im Verlauf des Jahres 1962 wurden eine Menge von Erprobungsaufgaben im Greifswalder Bodden, im Osttief, nördlich Usedom und nordöstlich Rügens durch die Angehörigen der Abteilung und dem Werftpersonal durchgeführt. Schwerpunkte waren dabei die Maschinenerprobung, das Testen
verschiedener Propellervarianten, die Kühlung der Maschinen, Treibstoff-Meßfahrten, die Bestimmung des Drehkreises, der Stoppstrecken und das Meilenlaufen. Dazu kamen noch das Fahren nach Kompass DGMK-3, das Fahren nach Sicht, die Funkerprobung mit UKW und KW, das Testen der Funkmessstation KSA-V, der Ruderanlage, der Ankereinrichtung, die Inneneinrichtung der Kabine (Polsterung mit Schaumgummi) sowie die Erprobung der Stab-, Langdraht- und Relingantenne. Nicht zuletzt galt es die Hauptbewaffnung zu erproben- Es begann mit der einfachen Fahrt mit Torpedos und schloss mit dem Schießen von Modelltorpedos ab. Die letzte Erprobungsfahrt für das Projekt 63.300 fand am 21.11.1962 durch Ltn.z.See Keil, Ob.Ltn.Nachr. Schwedland und Maat Schmidtke statt. Damit wurden insgesamt 1962 106 Tage, 19 Stunden und 25 Minuten Erprobung abgeschlossen. Die Maschinen liefen Steuerbord 75 Stunden und 09 Minuten, Backbord 76 Stunden und 20 Minuten.
Immer deutlicher zeigte sich, dass mit den LTS-Booten ein Waffensystem entstanden war, das in der Einsatzplanung des Ministeriums für Nationale Verteidigung der DDR in der südwestlichen Ostsee und den Ostseeausgängen eine Reihe von Gefechtsaufgaben erfüllen konnte, die größeren Einheiten nicht übergeben werden konnten. So wurde beschlossen, einen kampfstarken LTS-Truppenteil zu bilden und diesen in die Stoßkräfte der Seestreitkräfte einzugliedern.


Eine Brigade entsteht

Mit der Bildung der Flottille der Stoßkräfte (6. Flottille) am 01.05.1963 wurde auch die „Leichte Torpedoschnellboot Brigade“ aufgestellt. Im Befehl Nr. 14/63 des Ministers für Nationale Verteidigung über organisatorische und strukturelle Veränderungen hieß es unter Ziffer 12:
„… mit Wirkung vom 02.05.1963 ist umzugliedern: die LTS-Boot-Abteilung in eine LTS-Boot-Brigade.“


Diese Grundstruktur wurde im Laufe der Ausbildungsjahre nur in Einzelheiten durch Streichung oder Neuschaffung einzelner Planstellen geändert. Ausnahme, im Ausbildungsjahr 1965/66 wurden die Abteilungsstäbe aufgelöst und die verbleibenden 6 LTS-Boot-Gruppen zu je 6 Booten wurden dem Brigadechef direkt unterstellt. Diese Entscheidung hat sich aber in der Praxis nicht bewährt und wurde mit Wirkung vom 01.12.1966 wieder rückgängig gemacht.
Mit der Einführung einer neuen Struktur in der 6. Flottille ab 01.12.1971, drei gemischte Raketen-Torpedoschnellboot-Brigaden (1., 3. und 5.), wurde aus der "LTS-Boot-Brigade" die "7. LTS-Boot-Brigade" mit der schon existierenden Abteilungsstruktur.

Struktur LTSB.jpg


Die LTS-Boot-Abteilungen, die ständig die Bezeichnung 7., 8. und 9. LTSA führten, verfügten neben
einem kleine Stab (4 Offiziere: ACH, TO, APV, AI) über je 10 Boote. Die Abteilungen waren in 2 LTS-Boot-Gruppen gegliedert mit je 5 Booten. Jede Gruppe wurde von einem Gruppenchef geführt, der zugleich Kommandant eines Bootes war. Auf dem Boot des GCH´s fuhr auch der Gruppen-Obermaschinist. Die GCH´s waren dienstältere Kommandanten, die Gruppen-Obermaschinisten Berufsunteroffiziere, ab 1974 Fähnriche.
Zu jeder LTS-Boot-Besatzung gehörten der Kommandant, der Obermaschinist und ein Funkmeßgast, ab 1968 ein Funkmeßmaat. Die Kommandanten waren junge Offiziere, die bereits auf der Offiziersschule (OS) auf ihren Einsatz vorbereitet wurden und die Schule mindestens mit der theoretischen Kommandantenprüfung verließen. Diese Prüfung wurde im letzten Studienjahr im Flottenpraktikum in der LTS-Boot-Brigade erworben. Der Obermaschinist war ein Unteroffizier auf Zeit mit einer freiwilligen Dienstzeit von 4 Jahren, von denen er die ersten 10 Monate auf der Flottenschule zur Ausbildung verbrachte. Die Funkmeßgasten (Soldaten auf Zeit mit 3 freiwilligen Dienstjahren) und später die Funkmeßmaaten (Unteroffiziere auf Zeit mit 4 freiwilligen Dienstjahren) erhielten ihre Ausbildung auch an der Flottenschule und wurden danach in die Brigade versetzt. So stand in der LTS-Boot-Brigade insgesamt ein ausgewählter und hoch qualifizierter Personalbestand zur Verfügung, der mit dem Stolz, Angehöriger eines Spezial-Truppenteils zu sein, überwiegend diszipliniert und oft unter schwierigsten Bedingungen und Verzicht auf dienstfreie Zeit die verlangten Aufgaben erfüllte.
Da sich der Bootsbestand der LTS-Brigade auf insgesamt 45 LTS-Boote belief, das heißt, 30 Boote des Projektes 63.300 und 15 Boote des Projektes 68.200, jedoch nur 30 Besatzungen zur Verfügung standen gab es die verschiedenartigsten Verantwortlichkeiten für die Boote. Dazu kamen anfangs noch 6 Halbserien-Boote des Projektes 63.3 und 3 Halbserien-Boote des Projektes 68.2, die nach und nach außer Dienst gestellt wurden. Die wohl extremste Methode war die Einführung des sogenannten PILOTSYSTEMS, eine aus den Luftstreitkräften entlehnte Variante. Dabei sollte eine kleine Wartungsgruppe, die aus Besatzungsangehörigen des Schwimmenden Stützpunktes stammte, die gesamte Wartung der Boote übernommen und dabei von den LTS-Besatzungen unterstützt werden. Das war eine untaugliche Methode, die unter Marinebedingungen nicht anwendbar war und die Wartungsgruppe völlig überforderte. Andererseits wurde das Verantwortungsbewußtsein der LTS-Besatzungen für die Boote nur wenig gefordert, da jede Besatzung auf Befehl auf ein beliebiges Boot einsteigen musste. Von dieser Methode hat man sich schnell getrennt, so dass dann überwiegend jede Besatzung mindestens für die Dauer eines Ausbildungsjahres ihr eigenes Boot voll verantwortlich und auf der Grundlage des Ausrüstungsnachweises auch materiell übernahm. Damit waren 30 LTS-Boote ständig im Wasser und die restlichen 15 Boote lagen in der LTS-Halle im Stützpunkt Dranske-Bug auf Slip. Diese Boote wurden einer speziellen Wartungsgruppe des Stützpunktes der 6. Flottille übergeben, von diesem Personal gewartet, zu Werftreparaturen vorbereitet und auch als technische Reserve für ausgefallene Einsatzboote bereit gehalten.
1964 BCH Fahrer.jpg

Am 01.03.1966 erhält die LTSB-Brigade die Truppenfahne verliehen.
LTS.jpg
Am 01.12.1970 wird die 7. LTSB-Brigade benannt und am 01.03.1971 erhält die Brigade den Namen "FRITZ GLOBIG".
Um das militärische Leben etwas abwechslungsreicher zu gestalten wurden verschiedene Patenschaftsverträge von der Brigade-Führung abgeschlossen.
1971 LTS Blanke (53) Namensverleihung F.Globig.jpg

Kapitän zur See a.D. Blanke hat geschrieben:Der LTS-Brigade wurde 1966 als Pateneinheit die Dienststelle der Baltischen Flotte Wiek/Rügen zugeteilt. Nachdem die grundsätzlichen Fragen durch Stab und Politabteilung der 6. Flottille geklärt waren, fuhren der BCH Dieter Dembiany und der Leiter der Politabteilung Werner Müller in die zukünftige Pateneinheit nach Wiek. Der Stabschef der Brigade Horst Blanke musste mit als Dolmetscher. Er erinnert sich: „Wir fanden die Dienststelle am Ortsrand der Gemeinde Wiek. Wie bei den "Freunden" üblich, war das Objekt von einer ca. 2,50m hohen undurchsichtigen Mauer umgeben. In einem Kilometer Entfernung befand sich ein größeres Antennenfeld, was auf eine funktechnische Bestimmung der Einheit hinwies. (heute wissen wir, es war die 1001. Funkaufklärungskompanie der Baltischen Rotbannerflotte).
Wir wurden mit echt russischer Herzlichkeit durch den Kommandeur Kapitänleutnant Jury Schwez empfangen. Er machte uns mit seinem Politstellvertreter und später auch noch mit seiner Ehefrau bekannt. Wir begaben uns in sein Dienstzimmer und versuchten, uns über grundsätzliche Schwerpunkte einer Patenschaftsarbeit zu einigen. Im Ergebnis dieser Beratung entstand ein erstes Gerippe eines Planes des Zusammenwirkens mit den üblichen Schwerpunkten wie Teilnahme an kalendarischen Höhepunkten wie Staatsfeiertagen, militärischen Feiertagen, internationalen Feiertagen und anderen ähnlichen Anlässen. Ebenso wurden sportliche Wettkämpfe, z.B. Volleyballturniere, Wettkämpfe im Schießen mit Schützenwaffen, Teilnahme an besonderen FDJ- und Komsomolversammlungen aufgenommen.
Die meisten der geplanten Maßnahmen konnten durchgeführt werden und erreichten durchaus das Ziel, den Waffenbruder persönlich kennen und schätzen zu lernen.
Nicht verschwiegen werden soll, dass auch persönliche Treffen zwischen Juri Schwez und der Brigadeleitung stattfanden und der bei den Freunden bekannte 5-Liter-Weißblechkanister mit dem "Pflegemittel für Optik und elektrische Kontakte" die notwendige Beachtung erfuhr!
1970 wurde Juri Schwez nach Ablauf seiner Dienstzeit in der DDR abgelöst und durch Kapitänleutnant Michailow ersetzt. Die Patenschaftsarbeit ging nahtlos weiter. Mit Michailow zog irgendwie ein neuer Geist in die Truppe. Er und seine Ehefrau, die wir auch schnell kennenlernten, waren merklich aufgeschlossener uns gegenüber, man ahnte so etwas von kommender "Glasnost" und "Perestroika". Michailow war auch der erste Mann, der uns über die Kompliziertheit des Lebens der Angehörigen der Sowjetarmee in der DDR berichtete, so z.B. über die Beschränkungen in der freien Bewegung der Armeeangehörigen in der Öffentlichkeit. Einen persönlichen Besuch mit seiner Ehefrau bei uns zu Hause in unserer Wohnung lehnte er anfangs ab und erklärte uns dann den Grund: Das Betreten von Wohnungen von DDR-Bürgern zu privaten Zwecken war ein ernstes meldepflichtiges besonderes Vorkommnis.

LTS Blanke (34) Beginn Paten SU Wiek.jpg

So gäbe es noch eine ganze Menge von Erlebnissen mit dieser sowjetischen Pateneinheit zu erzählen. Ein paar Fotos aus der Dienststelle der Einheit (im Internet gefunden).
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Soweit zu den Funkaufklärern der BRF in Wiek.
Namensträger und andere Patenschaften folgen gleich.
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Re: Geschichte der LTS-Boote (Kleinkampfmittel)

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Beitragvon Eddy » Freitag 24. Mai 2019, 22:27

Namensträger
Entsprechend der Anordnung des Ministern für Nationale Verteidigung zur „Pflege und Wahrung der fortschrittlichen militärischen Traditionen sowie über die Traditionsarbeit“ von 1969 wird auch dieser Tatsache in der LTS-Brigade Rechnung getragen. Entgegen der Praxis bei den großen Schnellbooten, den Projekten 183, 206 und 205, wo jedes Boot den Namen eines Widerstandskämpfers trug oder trägt, wurde bei den LTS-Brigaden der Name an die Brigade verliehen. Am 01.03.1971 wird der LTS-Brigade der Name „FRITZ GLOBIG“ verliehen. Zur Verleihung sind die Frau, der Sohn und der Bruder von Fritz Globig in der Brigade anwesend.
Weitere Namensträger sind:
- eine Brigade der Kirow-Werke Leipzig,
- der Kampfgruppenzug Paulinenaue und
- die FDJ-Grundorganisation der Zollverwaltung Leipzig.
So fand jährlich ein Treffen der Namensträger am 25. Januar in Leipzig statt, dem Geburtstag von Fritz Globig. Kranzniederlegung auf dem Zentralfriedhof Leipzig und anschließend Erfahrungsaustausch untereinander in den Räumlichkeiten der Zollverwaltung Leipzig.
1979-03 Musterung Tag NVA.jpg

1979-01 beim Zoll Leipzig (3).jpg
1979-01 beim Zoll Leipzig (2).jpg

fritz globig.JPG


Patenschaften

Die Einheit von Volk und Armee, in unserem Fall die Volksmarine, wurde auch durch zahlreiche andere Patenschaften verdeutlicht. So unterhielt die 7. LTS-Brigade „Fritz Globig“ einen Vertrag mit der Gemeinde Breege und mit dem VEB ORWO Wolfen (30.11.1966), der in Juliusruh ein Kinderferienlager hatte (heute steht da der Hotelkomplex „Aquamaris“).

Die Veranstaltungen im Sommer im Ferienlager von ORWO Wolfen waren bei den Unteroffizieren und Matrosen sehr beliebt, hatte man doch in Juliusruh im Lager die Gelegenheit diese oder jene Studentin, die als Betreuer fungierten, kennenzulernen. Und ein „Dienst-Tag“ am Strand beim „Neptunfest“, das jährlich für die einzelnen Durchgänge des Lagers durchgeführt wurde, war auch nicht zu verachten. Es wurden im Ferienlager auch Vorträge über die Volksmarine gehalten und Besuche an Bord des Schwimmenden Stützpunktes organisiert. Deshalb belebte diese Patenschaft das Brigadeleben sehr umfangreich. Umgekehrt bekamen die Foto- und Filmamateure der Brigade Gelegenheiten im Winter kleine Lehrgänge in VEB ORWO Wolfen zu besuchen. Filmmaterial wurde vom Betrieb für die Arbeiten in der Brigade zur Verfügung gestellt und Filme, mit der 8-mm-Filmkamera aufgenommen, wurden in Wolfen für die Brigade entwickelt. So gelang es dem Kollektiv um Oberleutnant Walter Simon, Obermaat Gerd Luft gehörte auch zu diesen aktiven Mitgliedern, mehrere Preise im Rahmen von Wettstreiten der Volksmarine zu gewinnen. Jährlich, am 2. Sonntag im November, am „Tag des Chemiearbeiters“ wurden Glückwünsche von den Brigadeangehörigen an die Werktätigen des VEB ORWO Wolfen überbracht.

Auszeichnungen des Truppenteils
1971 Vorbildlicher Truppenteil
1981 Ehrenbanner der SED für die FDJ-GO Boote
1982 Ehrenbanner der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft für die Brigade
540x360.jpg
SELTEN-DSF-Ehrenbanner-Fahne-Flagge-DDR-1978.jpg


10 Jahre.jpg
15 Jahre.jpg
20 Jahre.jpg


Und als Abschluss noch die 10 bösen Schnellbootsfahrer:

10 böse Schnellbootfahrer- Helden unserer Tage

Wetter:
Wind: NW 8-9
See: 6
Sicht: 0,05 kbl

11 böse Schnellbootfahrer
wollten fahr´n zur See.
Dem einen blieb die „Mitte“ steh´n,
da waren´s nur noch zehn.

10 böse Schnellbootfahrer
wollten sich grad freu´n,
am Südbug fiel der Nächste aus,
da waren´s nur noch neun.

9 böse Schnellbootfahrer
haben laut gelacht,
denn einer hat´s Signal verpasst,
da waren´s nur noch acht.

8 böse Schnellbootfahrer
waren´s noch geblieben,
doch einem war der Kurs unklar,
da waren´s nur noch sieben.

7 böse Schnellbootfahrer
haben dann gerungen
um Einnahme des SP1 –
nur sechsen ist´s gelungen

6 böse Schnellbootfahrer
fuhren auch bei Nacht.
die Wendung dann nach Steuerbord
nur fünfe haben´s gebracht.

5 böse Schnellbootfahrer
sollten dann am Tag
den Angriff fahr´n auf´s Bergungsboot,
viere kamen noch zum Schlag.

4 böse Schnellbootfahrer
fuhren dann „AK“.
Der Schnellschluss kam, der Jockel auch –
drei waren nur noch da.

3 böse Schnellbootfahrer
liefen schnell zurück.
Nur zwei erreichten „Anton – 1“,
dann heil mit großem Glück.

2 böse Schnellbootfahrer
war´n bei „Ida – 9“.
Der eine slipte steuerbord,
der letzte konnt´ sich freu´n.

1 böser Schnellbootfahrer
wagt ein tolles Stück.
Beim Anlegen an Steuerbord
kam „Backbord“ nicht zurück.

Bis denne
:ahoi: Eddy

Hier die entsprechenden Zeichnungen zum Text.

foto1 (22).jpg
foto1 (23).jpg


Ich hoffe, Eddy Du bist nicht all zu sauer.
Gruß
Gerald
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Re: Geschichte der LTS-Boote (Kleinkampfmittel)

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Beitragvon Hogo » Samstag 25. Mai 2019, 13:57

Kurzer Zusatz von mir: Die Patenschaftsbeziehungen der 7.LTS Brigade wurden von der Besatzung der 773/573 "Fritz Globig" übernommen und mit allen Beteiligten weiter geführt.
Dazu kam mir auch zu Gute, und dann natürlich auch der Besatzung, das ich Erich Globig schon seit Kindesbeinen kannte, er war ein Freund meines Großvaters.
Scan_20150929 (2).jpg
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